Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Arbeiterstunden1)

Die Summe aller geleisteten Stunden der Arbeiter und der gewerblichen Auszubildenden unter der Einbeziehung von Überstunden, Sonn- und Feiertagsstunden und dgl. Unberücksichtigt bleiben ausgefallene oder versäumte Arbeiterstunden, auch wenn sie bezahlt werden.

Beschäftigte1)

Alle im Betrieb tätigen Personen, wie tätige Inhaber und Mitinhaber, alle in einem arbeitsrechtlichen Verhältnis stehenden Personen, ferner unbezahlt mithelfende Familienangehörige soweit sie mindestens ein Drittel der üblichen Arbeitszeit tätig sind.

Betriebe1)

Örtlich getrennte Niederlassungen von Unternehmen. Hierzu zählen örtlich getrennte Produktions-, Verwaltungs- und Hilfsbetriebe (z.B. Montage, Reparaturen) und mit dem Betrieb örtlich verbunden oder in dessen Nähe liegende Verwaltungs- und Hilfsbetriebsteile.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt misst die gesamte Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug der (in diese Produktion einfließenden) Vorleistungen und stellt demzufolge einen gesamtwirtschaftlichen Produktionsindikator dar, der die in einer bestimmten Periode erbrachte wirtschaftliche Gesamtleistung zum Ausdruck bringt. Die Bewertung erfolgt zu Marktpreisen, so dass im Bruttoinlandsprodukt Produktions- und Importabgaben enthalten und Subventionen nicht enthalten sind.

Bruttolohn-, Bruttogehaltsumme1)

Die Bruttobezüge der Arbeiter (einschließlich der gewerblichen Auszubildenden) und Angestellten (einschließlich der leitenden Angestellten, kfm. und technischen Auszubildenden). Enthalten sind alle Arten von Zuschlägen (z.B. Akkord- oder Schichtarbeit), Vergütungen und Gratifikationen. Nicht enthalten sind die Pflichtbeiträge des Arbeitgebers zur Sozialversicherung, sowie andere Aufwendungen, die kein Arbeitseinkommen darstellen (z.B. Kantinenzuschuss).

Bruttowertschöpfung (BWS)

Die Bruttowertschöpfung ergibt sich als Differenz aus den Produktionswerten und den Vorleistungen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen; sie umfasst - wie das Bruttoinlandsprodukt - also jeweils nur den im Produktionsprozess geschaffenen Mehrwert. Die Bruttowertschöpfung ist bewertet zu Herstellungspreisen. Damit sind in der Bruttowertschöpfung zwar die empfangenen Gütersubventionen berücksichtigt, nicht jedoch die auf die Güter zu zahlenden Steuern (Gütersteuern als Teil der Produktionsabgaben).

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer sind alle Arbeiter und Angestellten einschließlich der Auszubildenden, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die von den Arbeitgebern Beitragsanteile nach dem Recht der Arbeitsförderung entrichtet werden müssen.

Wehr- und Zivildienstleistende gelten nur dann als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, wenn sie ihren Dienst aus einem weiterhin bestehenden Beschäftigungsverhältnis angetreten haben und nur wegen der Ableistung des Zivil- oder Wehrdienstes kein Entgelt erhalten.

Nicht zum Kreis der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen der weitaus überwiegende Teil der Selbständigen, die mithelfenden Familienangehörigen sowie die Beamten.

Ab dem Stichtag 1. April 1999 sind die gesetzlichen Regelungen zur Sozialversicherungspflicht geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse grundlegend geändert worden. Nach der maßgebenden Regelung des 8 SGB IV wird nach wie vor zwischen geringfügig kurzfristigen Beschäftigungen (als kurzfristig gilt eine Beschäftigung immer dann, wenn sie nach ihrer Eigenart oder im voraus vertraglich auf höchstens 2 Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist) auf der einen und geringfügig entlohnten Tätigkeiten (als "geringfügig entlohnt" ist eine Tätigkeit dann zu klassifizieren, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit weniger als 15 Stunden beträgt und bestimmte Einkommensgrößen nicht überschritten werden) auf der anderen Seite unterschieden.

Mit der gesetzlichen Neuregelung sind Arbeitgeber verpflichtet, auch für Personen, die ausschließlich eine geringfügig entlohnte Tätigkeit ausüben, pauschalierte Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zu entrichten. Personen, die als einzige Tätigkeit eine geringfügig kurzfristige Beschäftigung im Sinne des 8 Abs. 1 SGB IV ausüben, bleiben auch nach der neuen Rechtslage frei von der Versicherungspflicht und gehören damit auch nicht zum Kreis der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Ausschließlich geringfügig entlohnte Personen, die nur wegen der gesetzlichen Neuregelung in den Kreis der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gelangt sind, sind in den Tabellen zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bis auf weiteres noch nicht enthalten.

Umsatz1)

Alle in Rechnung gestellten Lieferungen und Leistungen (einschließlich Reparaturen, Lohnarbeiten, Montagen und Lohnveredelungsarbeiten) ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Lieferung. Angegeben sind die Rechnungsendbeträge (Fakturenwerte), ohne die in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer, jedoch einschließlich der darin enthaltenen Verbrauchsteuern sowie der Kosten für Fracht, Verpackung, Porto usw. auch wenn diese gesondert berechnet werden.

Verarbeitendes Gewerbe

Das Verarbeitende Gewerbe einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden erfasst alle Produktionsbetriebe der Industrie und des verarbeitenden Handwerks von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten. Grundlage für die Zuordnung der Betriebe ist die "Klassifikation der Wirtschaftszweige", Ausgabe 2003 (WZ 2003), basierend auf der Systematik der Wirtschaftszweige der Europäischen Gemeinschaft (NACE Rev.1). Wegen der 1995 eingeführten "Klassifikation der Wirtschaftszweige", Ausgabe 1993 (WZ 93) sind die Ergebnisse ab 1995 mit den Daten vor 1995 für das gesamte Verarbeitende Gewerbe nur eingeschränkt vergleichbar.

1) Die Definition gilt für das Verarbeitende Gewerbe.