Bevölkerung

Die in den Veröffentlichungen der Abteilung Statistik vorkommenden Bevölkerungsbegriffe unterscheiden sich voneinander wie folgt:
- Wohnbevölkerung
Die Wohnbevölkerung umfasst diejenigen Personen, die in dem angegebenen Gebiet ihre ständige Wohnung haben. Personen mit mehreren Wohnungen werden für die Gemeinde gezählt, von der aus sie zur Arbeit oder Ausbildung gehen. Für Nichterwerbstätige bzw. nicht in Ausbildung stehende Personen erfolgt die Zuordnung nach dem Ort ihres überwiegenden Aufenthaltes.
Die Wohnbevölkerung war bis Ende 1982 Basis für die Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahl.
- Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung
Zur Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung gehören diejenigen Personen, die im betreffenden Gebiet ihre alleinige Wohnung bzw. ihre Hauptwohnung im Sinne des 12 des Melderechtsrahmengesetzes vom 16. August 1980 haben.
Nach 12 des Melderechtsrahmengesetzes ist die Hauptwohnung die vorwiegend benutzte Wohnung des Einwohners. Hauptwohnung eines verheirateten Einwohners, der nicht dauernd getrennt von seiner Familie lebt, ist die vorwiegend benutzte Wohnung der Familie. In Zweifelsfällen ist die vorwiegend benutzte Wohnung dort, wo der Schwerpunkt der Lebensbeziehungen des Einwohners liegt.
Die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung ist seit Anfang 1983 Basis für die Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahl, wie sie vom Statistischen Landes- und Bundesamt veröffentlicht wird.
- Gesamtbevölkerung (Wohnberechtigte Bevölkerung)
Zur Gesamtbevölkerung zählen diejenigen Personen, die im betreffenden Gebiet eine Wohnung haben, unabhängig davon, ob es sich um eine Haupt- oder Nebenwohnung handelt.
Sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist (beispielsweise in Fußnoten), handelt es sich bei den von der Abteilung Statistik veröffentlichten Einwohnerbestands- und -bewegungsdaten für die Stadt Regensburg stets um nach dem Begriff für die Gesamtbevölkerung aufbereitete stadteigene Daten.

Erläuterungen zur Bevölkerungsstatistik

Die Bevölkerungsstatistik der Stadt Regensburg beruhte bis zum 31. Dezember 1999 auf einer Fortschreibung der Einwohnerzahl auf Grundlage der Ergebnisse der Volks- und Berufszählung von 1987. Damals war ein Abgleich der Melderegisterdaten mit den Angaben aus der Volkszählung nicht möglich. Deshalb wurde die Bevölkerungszahl anhand der registrierten Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Wegzüge - unabhängig von der Einwohnerzahl im Melderegister - fortgeschrieben.

Die Abteilung Statistik verwendet seit dem 1. Januar 2000 ausschließlich das Melderegister als Datenquelle. Dieser Schritt war aus folgenden Gründen sinnvoll und erforderlich:

- Im Verlauf des Jahres 1998 fanden umfangreiche Bereinigungen des Datenbestandes im Melderegister statt, die zu einer Beseitigung der bislang doch erheblichen Differenz beider Einwohnerzahlen - Fortschreibung und stichtagsbezogener Registerstand - führte.
- Mit der Implementierung eines neuen Client/Server-Verfahrens für das Meldewesen im Jahr 1999 verlagerte sich die Zuständigkeit für "Statistik-Auswertungen" aus dem Melderegister vom Rechenzentrum zur Abteilung Statistik. Die bislang manuelle Erfassung von Bevölkerungsbewegungen konnte damit zum 31. Dezember 1999 entfallen, da das neue Meldewesen potenzielle Bevölkerungsbewegungen automatisch generiert. Aus diesen Daten werden dann von der Statistik als relevant erkannte (tatsächliche) Bevölkerungsbewegungen "gefiltert".
- Mit zunehmendem Abstand zu der mittlerweile fast 20 Jahre zurückliegenden Volkszählung erhöht sich die Ungenauigkeit der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl. Ursache sind i.d.R. Korrekturen der Nebenwohnsitze, die von der Fortschreibung nicht erfasst werden.
- Die Fortschreibung der Einwohnerzahl beschränkte sich aus Aufwandsgründen auf die Gesamtstadt und führte nur die Merkmale Alter und Geschlecht. Die Fortschreibung für Stadtbezirke und Unterbezirke erfolgte ohne zusätzliche Merkmale. Kleinräumige Auswertungen zum Bevölkerungsbestand, die nach Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Nationalität, Familienstand usw. differenzierten, konnten ohnehin nur auf Grundlage der Daten des Melderegisters gemacht werden. Die Bevölkerungsfortschreibung kann wegen ihres beschränkten Datenangebots den enorm gestiegenen Bedarf nach kleinräumig strukturierten Daten nicht mehr im erforderlichen Umfang abdecken.
Im Meldewesen werden, gerade im Hinblick auf die zukünftige Volkszählung, die aus Kosten und Akzeptanzgründen aus den Melderegistern stammen soll, auch weiterhin große Anstrengungen unternommen den Datenbestand laufend zu optimieren. Für die Kommunalstatistik der Stadt Regensburg, deren Aufgabe primär darin besteht, Statistische Informationen für innerstädtische Gebietseinheiten zu erstellen, überwiegen die Vorteile der laufenden "Bestandsstatistik" aus dem Melderegister gegenüber der bisherigen Fortschreibung, auch wenn zukünftige Optimierungen der Datenbasis zu erneuten Zäsuren in der Dokumentation der Einwohnerentwicklung führen können.