Bauen und Wohnen

Die von unserer Abteilung geführte Bautätigkeitsstatistik (eigentlich Hochbaustatistik) hat ihre Grundlage im "Gesetz über die Statistik der Bautätigkeit im Hochbau und die Fortschreibung des Wohnungsbestandes" (Hochbaustatistikgesetz - HBauStatG). Sie erstreckt sich auf genehmigungs- oder zustimmungsbedürftige, sowie kenntnisgabe- oder anzeigepflichtige oder einem Genehmigungsfreistellungsverfahren unterliegende Baumaßnahmen, bei denen Wohnraum oder sonstiger Nutzraum geschaffen oder verändert wird. Erhebungseinheit ist das Gebäude bzw. die Baumaßnahme.

Im Nichtwohnbau werden Bagatellbauten - mit Ausnahme von Gebäuden mit Wohnraum - bis zu einem Volumen von 350 m3 Rauminhalt oder 18.000 Euro veranschlagte Kosten des Bauwerkes nicht erfasst. Unter Errichtung neuer Gebäude werden Neu- und Wiederaufbauten verstanden. Als Wiederaufbau gilt der Aufbau zerstörter oder abgerissener Gebäude ab Oberkante des noch vorhandenen Kellergeschosses. Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden sind bauliche Veränderungen an bestehenden Gebäuden durch Umbau-, Ausbau-, Erweiterungs- oder Wiederherstellungsmaßnahmen.

Bewegungsstatistik vs. Bestandsstatistik

Bis Ende 2005 wurde der Gebäude- und Wohnungsbestand der Stadt Regensburg ausschließlich aufgrund der Fortschreibung der Gebäude- und Wohnungszählungen - zuletzt der von 1987 - durch die Bautätigkeitsstatistik (Baufertigstellungen, Abbrüche und Umbauten) erfasst (Bewegungsstatistik). Seit Anfang 2006 steht die Gebäudedatei der Abteilung Statistik mit monatlichen Bestandsdaten zur Verfügung (Bestandsstatistik). Beide Datensätze besitzen charakteristische Vor- und Nachteile der jeweiligen Methodik und werden daher separat nebeneinander ausgewiesen. Die Bewegungsstatistik setzt ohne einen Bruch die bisherige Zeitreihe fort und besitzt zum Teil umfangreichere Merkmale. Die Bestandsstatistik dagegen erlaubt eine kleinräumige Auswertung der Daten. Da in die Bestandsdaten auch Bauten von Bundes- und Landesbehörden (diese unterliegen keinem Genehmigungsverfahren durch die Stadt Regensburg und werden daher nicht von der Bautätigkeitsstatistik mit erfasst) und Abbrüche (Abbrüche werden bayernweit seit Mitte 2009 nicht mehr gemeldet) aus z.B. Luftbildern und Begehungen mit eingearbeitet werden, besitzt die Bestandsstatistik dagegen bei der Anzahl der Gebäude und Wohnungen eine höhere Genauigkeit.

Soweit nicht anders angegeben handelt es sich bei den ausgewiesenen Zahlen um Ergebnisse der Bewegungsstatistik.

Baukosten

Als Baukosten werden die zum Zeitpunkt der Baugenehmigung veranschlagten Kosten der Baukonstruktion (einschließlich Erdarbeiten), die Kosten der Installation, deren betriebstechnischen Anlagen und die Kosten für betriebliche Einbauten sowie für besondere Bauausführungen erfasst. Die Baukosten enthalten auch die Umsatzsteuer.

Bauüberhang

Genehmigte Bauvorhaben, die am Ende eines Kalenderjahres noch nicht fertiggestellt sind.

Gebäude

Nach der Systematik der Bauwerke selbständig benutzbare, überdachte Bauwerke, die auf Dauer errichtet sind und von Menschen betreten werden können. Sie dienen dem Schutz von Menschen, Tieren und Sachen. Auf die Umschließung durch Wände kommt es dabei nicht an. Gebäude in diesem Sinne sind auch selbständig benutzbare, unterirdische Bauwerke.

Keine Gebäude in diesem Sinne sind Unterkünfte, die nur für begrenzte Dauer errichtet oder von geringem Wohnwert sind (z.B. Gartenlauben, Baracken, Behelfsheime usw.). Keine Gebäude sind ferner behelfsmäßige Nichtwohnbauten und freistehende selbständige Konstruktionen.

Nichtwohngebäude

Nichtwohngebäude sind Gebäude, die überwiegend für Nichtwohnzwecke (gemessen an der Gesamtnutzfläche) bestimmt sind. Hierzu zählen beispielsweise gewerbliche Betriebsgebäude und Bürogebäude.

Nutzfläche

Als Nutzfläche gilt nach der DIN 277 derjenige Teil der Netto-Grundfläche (ohne Wohnfläche), welcher der Zweckbestimmung und Nutzung des Bauwerks dient. Nicht zur Nutzfläche gehören die Konstruktions-, Funktions- und Verkehrsflächen (Wände, Säulen, Müllschächte, Rauchabzüge, Flure, Treppenräume, Rampen etc.).

Reinzugang

Der Reinzugang von Wohnungen und Wohngebäuden ergibt sich rechnerisch aus dem Rohzugang, vermindert um den Abgang.

Rauminhalt/Umbauter Raum

Der Rauminhalt von Bauwerken, auch "Umbauter Raum" genannt, ist entsprechend der DIN 277 das von den äußeren Begrenzungsflächen eines Gebäudes eingeschlossene Volumen; d.h. das Produkt aus der überbauten Fläche und der anzusetzenden Höhe.

Wohnfläche

Zur Wohnfläche gehören Flächen von Wohn- und Schlafräumen, Küchen und Nebenräumen (Dielen, Abstellräume, Bäder und dgl. mit einer lichten Höhe von mindestens 2 m). Raumteile mit einer lichten Höhe von 1 bis 2 m werden nur mit halber Fläche, unter 1 m gar nicht angerechnet. Balkone und Loggien werden mit einer Teilfläche berücksichtigt. Nicht gezählt werden die Flächen der Zubehörräume (Keller, Waschküchen, Dachböden etc.), der Wirtschaftsräume sowie der Geschäftsräume und der zur gemeinsamen Nutzung verfügbaren Räume (Ausnahme: Wohnheime).

Wohngebäude

Wohngebäude sind Gebäude, die mindestens zur Hälfte (gemessen an der Gesamtnutzfläche) Wohnzwecken dienen. Hierzu zählen auch Ferien-, Sommer- und Wochenendhäuser mit einer Wohnfläche von 50 m2 und mehr.

Wohnheime

Wohnheime sind Wohngebäude, in denen bestimmte Personengruppen gemeinschaftlich wohnen. Primär dienen sie dem Wohnen, können sowohl Wohnungen als auch Wohneinheiten enthalten und besitzen Gemeinschaftseinrichtungen (Gemeinschaftsverpflegung, Gemeinschaftsräume).

Wohnräume

Wohnräume sind Wohn- und Schlafräume mit 6 und mehr m2 Wohnfläche sowie Küchen (ohne Rücksicht auf die Größe). Nicht dazu gehören Bäder, Toiletten, Flure, Abstellräume, Zubehörräume und Räume unter 6 m2.

Wohnungen

Wohnungen sind Wohneinheiten, die mit Küche oder Kochnische ausgestattet sind. Eine Wohnung besteht aus einem oder mehreren Räumen, die die Führung eines Haushalts ermöglichen, darunter stets eine Küche oder ein Raum mit fest installierter Kochgelegenheit.