Frühjahrstagung des Verband Deutscher Städtestatistiker (VDSt) in Regensburg

14. - 17. April 2002

Die Stadt Regensburg kann auf eine über 2000 Jahre alte Geschichte zurückblicken. So ist der Regensburger Donaubogen bereits seit der Steinzeit besiedelt. Gegen 90 n.Chr. ließen sich hier auch die Römer nieder und errichteten ihr erstes Kastell im Bereich des heutigen Stadtteils Kumpfmühl. Im Jahre 179 n.Chr., unter Kaiser Marc Aurel, wurde dann das römisches Legionslager Castra Regina gegründet, von dem heute nicht nur der Grundriss der Altstadt zeugt. So befindet sich nur wenige Ecken vom Tagungsort entfernt das Südtor des einstigen Kastells, die Porta Praetoria. Im 6. Jhdt. wurde die Stadt die Herzogsresidenz der Agilolfinger und somit erste bayerische Hauptstadt. Während des Mittelalters wird sie Freie Reichstadt und von 1663 – 1806 Sitz des immerwährender Reichstags. Während dieser Zeit erlebt die Stadt ihre größte Blüte, von der nicht nur die Steinernen Brücke mit den beiden Salzstadeln und der Dom, sondern die gesamte, von romanischer und gotischer Architektur geprägte Altstadt, zeugt. Zum letzten Mal und nur teilweise 1809 durch Napoleon zerstört, zeigt sich die Altstadt bis heute als eine der im historischen Stadtkern am besten erhaltenen deutschen Städte.

Gerade wegen ihres hohen Alters handelt es sich bei Regensburg um eine moderne und äußerst lebendige Stadt. Die Innenstadt mit ihrem südlichen Flair lädt zum Verweilen ein, der Fränkische Jura mit dem Naturpark Altmühltal, der Oberpfälzer Wald und der Bayerische Wald mit dem gleichnamigen Nationalpark liegen direkt vor der Stadt. Die Gründung der Universität Regensburg mit der Einrichtung fast aller Geistes- und Naturwissenschaftlichen Fakultäten in den 1960er Jahren wirkte als Inititalzündung für das moderne Regensburg von heute. Die Ansiedlung von BMW in den 1980er Jahren und die Gründung des Bioparks als Kompetenzzentrum für Biotechnologie in den 1990er Jahren setzte weitere Meilensteine auf dem Weg Regensburgs zum mittlerweile international anerkannten Hightech-Standort.

Inmitten der Altstadt von Regensburg, direkt an der Donau und der Steinernen Brücke, findet die Frühjahrstagung des Verband Deutscher Städtestatistiker (VDSt) im Regensburger Salzstadel statt.


 Karte zu den Tagungsstätten

 Der Haupt-Tagungsstätte:
 Der Salzstadel der Stadt
 Regensburg, im obigen Foto
 links neben der Steinernen
 Brücke, direkt an der Donau.

    Programm

Sonntag
14. April 2002
16:00 - 17:30 UhrVDSt-Vorstandssitzung
Neues Rathaus
Minoritenweg 8-10
Zimmer 147
(sonst: Salzstadel!)
 
Montag
15. April 2002
9:00 - 11:00 UhrKOSIS-Mitgliederversammlung
- Berichte der Geschäftsführung
- Wahl von Vorsitz und Stellvertreter
- Professionalisierung von KOSIS-Gemeinschaften
   - DUVA: Harald Bolle-Behler, Witten
   - SIKURS: Barbara Lux-Henseler, Nürnberg
   - Urban Audit: Klaus Trutzel, Nürnberg
   - andere
- Neueinrichtung von KOSIS-Gemeinschaften
   - Urban Audit: Klaus Trutzel, Nürnberg
   - Wahlunterstützung: Waltraud Schröpfer, Frankfurt/M.
- Sonstiges
11:00 - 11:30 UhrKaffeepause
11:30 - 12:30 UhrEröffnung und Begrüßung
Dr. Ernst-Joachim Richter, VDSt-Vorsitzender
Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Regensburg

Der Zensus
Moderation: Werner Ley, Magdeburg

Die derzeitig laufende Testerhebung und Überlegungen,
in einigen Jahren einen Registerzensus nach diesem
Muster zu organisieren, verleihen dem Thema anhaltende
Aktualität. Es soll der Versuch unternommen werden,
einen konsensfähigen Standpunkt der deutschen
Städtestatistik zu Mindestforderungen an einen zukünftigen
registergestützten Zensus zu erarbeiten.

Gliederung:
- Probleme der laufenden Testerhebung und ihrer Evaluierung
- Neuere Entwicklung im europäischen Ausland
- Bisheriger Diskussionsstand im VDSt und DST zu einem künftigen Zensus

12:30 - 14:00 UhrMittagspause
14:00 - 15:30 UhrDer Mietspiegel
Moderation: Christian Eichner, Dresden

Das geänderte Mietrecht kennt neue Instrumente: "qualifizierter
Mietspiegel" und "Mietdatenbank". Eine große Chance für
Städtestatistiker, sich (noch) mehr als bisher in diese Aufgabe
einzubringen! Mit dabei ist ein Vertreter des Instituts InWIS, das
beauftragt ist, die "Hinweise zur Erstellung von Mietspiegeln" zu
aktualisieren.

Gliederung
- Einführung:
   Christian Eichner, Dresden
- Die Entwicklung der Instrumente der Mietenbeobachtung im Rahmen der Mietrechtsreform
   Wolfgang Neußer, BBR
   Michael Neitzel, InWIS Forschung und Beratung
- Probleme und Fragestellungen aus der Sicht der Städte
- Diskussion

15:30 - 16:00 UhrKaffeepause
16:00 - 17:30 UhrVDSt-Mitgliederversammlung
 
Dienstag
16. April 2002
9:00 - 12:30 UhrKommunale Umfragen
Vorbereitung: Barbara Erbslöh, Essen
                         Dr. Michael Bretschneider, Difu
9:00 -   9:45 UhrPlenum
- Die Entwicklung der kommunalen Umfrageforschung 1980-2001
   Barbara Erbslöh, Essen
- Stadtprobleme aus Bürgersicht - ein Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Umfrageforschung
   Dr. Günter Roski, Leipzig
- Erfahrungs- und Informationsaustausch mit Hilfe von DEMOS
   Dr. Michael Bretschneider, Difu
9:45 - 10:00 UhrKaffeepause
10:00 - 11:30 UhrWerkstattveranstaltungen

Werkstatt I:
Kalkulations- und Finanzierungsmodelle für kommunale Umfragen
Moderation: Barbara Erbslöh, Essen

Gerade im Bereich der kommunalen Umfrageforschung sind
die Statistischen Dienststellen Dienstleister für andere
Fachdienststellen bzw. für Institute und Gesellschaften im
Konzern Stadt. In diesem Zusammenhang gewinnt die Frage der
Kalkulation der Kosten und möglicher Finanzierungsquellen
zunehmend an Bedeutung. In der Werkstatt I sollen deshalb
gemeinsam mit den Teilnehmer/-innen realistische Kalkulations-
modelle für die Kosten verschiedener Umfragetypen diskutiert und
erarbeitet werden. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten der
Finanzierung von kommunalen Umfragen, z.B. durch Einschalten
von Fragen gegen einen entsprechenden Kostenbeitrag etc., gesammelt
und hinsichtlich der möglicherweise zu bedenkenden (rechtlichen)
Probleme bewertet werden.

Werkstatt II
Rücklaufquoten und Repräsentativität von kommunalen Umfragen
Moderation: Dr. Michael Bretschneider, Difu

Unabhängig von den Befragungsthemen sind diese Fragen für alle
kommunalen Umfragen von Bedeutung, Hilfestellungen können aus
systematisch angelegten Befragungsvergleichen gewonnen werden.
Hierzu wird Dipl. Soz. Volker Hüfken (Universität Düsseldorf)
erste Ergebnisse einer Meta-Analyse vortragen: "Kommunale postalische
Bevölkerungsumfragen und die Determinanten des Rücklaufs."
Außerdem wird Herr Dr. Dieter Drechsel (Stadt Leipzig) Erfahrungen
zur Stichprobengestaltung unter Berücksichtigung des angenommenen
Rücklaufs, zur Rücklaufförderung sowie zur personen- bzw. haushalts-
bezogenen Auswertung mitteilen.

11:30 - 11:45 UhrKaffeepause
11:45 - 12:30 UhrPlenum
Berichte aus den Werkstätten
Arbeitsplanung
12:30 - 14:00 UhrMittagspause
14:00 - 16:00 UhrStädtevergleichende Führungsinformationen
Moderation: Klaus Trutzel, Nürnberg
14:00 - 14:45 Uhr- Die KOSIS-Gemeinschaft Urban Audit
   Klaus Trutzel, Nürnberg
14:45 - 15:00 UhrKaffeepause
15:00 - 15:45 Uhr- Das Gemeinschaftsprojekt ICOSTAT
   Dr. Helmut Fogt, Deutscher Städtetag
 
Mittwoch
17. April 2002
9:00 -   9:30 UhrFortsetzung:
Städtevergleichende Führungsinformationen

Moderation: Klaus Trutzel, Nürnberg
- Das Netzwerk Stadt- und Regionalstatistik
   Dr. Ferdinand Böltken, BBR
9:30 - 12:30 UhrDer Handel mit Daten
Moderation: Ernst-Otto Sommerer, Dortmund
9:30 - 10:00 Uhr- Schön, schöner, am schönsten... ein Erfahrungsbericht
   zum DTP - Desktop-Publishing von Statistikproduktionen
   Berthold Stein, Magdeburg
10:00 - 10:30 UhrKaffeepause
10:30 - 11:30 Uhr- Der Neue Markt der Daten
   Visionen - Perversionen
   Hermann Breuer, Köln
11:30 - 12:30 Uhr- Handel mit Daten
   Die KOSTAT-DST GmbH im Wettbewerb
   Ernst-Otto Sommerer, Dortmund

Tagungssekretariat
im Tagungsgebäude
(nur geöffnet während der Tagungsdauer)
Christiane Merfert
Telefon: +49 (0) 941 507-1038
Telefax: +49 (0) 175 5226114